10DANCE ist ein japanischer BL-Tanzfilm, der zwei Profis aus komplett unterschiedlichen Welten auf dem Parkett zusammenstößt und ihre Rivalität Schritt für Schritt in eine ziemlich intensive, körperlich und emotional aufgeladene Liebesgeschichte verwandelt. Der Film fühlt sich an wie „Sports-Rivalität trifft Dirty Dancing“, nur mit zwei Männern, viel Prestige-Druck – und einer Menge knisternder Close-ups in der Tanzhaltung.
10DANCE ist einer dieser Filme, bei denen man nach ein paar Minuten merkt: Hier geht es nicht nur um Schritte, sondern um Macht, Stolz und Verletzlichkeit. Suzuki mit seiner explosiven Latin-Energie und Sugiki mit seiner kühlen Ballroom-Eleganz prallen zunächst eher wie Gegner als wie mögliche Liebhaber aufeinander, und genau diese Spannung macht den Reiz aus.
Stark sind vor allem die Tanzszenen: Die Choreo ist nicht nur „Dekoration“, sondern erzählt sichtbar, wie sich ihre Beziehung verändert – von stacheliger Konkurrenz über unbewusstes Flirten bis hin zu Momenten, in denen man fast vergisst, dass sie eigentlich trainieren. Das Drama zwischendurch (Verletzungen, Karriereängste, Ego-Crashes) ist manchmal ein bisschen melodramatisch, passt aber zum hohen Einsatz, den beide in diese eine Chance auf den großen Titel legen.
Unterm Strich ein sehr stylischer, emotional auf den Punkt inszenierter BL-Film – für Tanz- und Rival-to-Lovers-Fans eine klare 9 von 10 Punkten.
10DANCE
Japan, 2025
Format: Spielfilm (Netflix Original)
Genre: Romance, Drama, BL, Sport / Tanz
Vorlage: BL-Manga „10 DANCE“ von Inouesatoh
Hauptdarsteller: Ryoma Takeuchi als Shinya Suzuki, Keita Machida als Shinya Sugiki
Spoilerfreie Story
Shinya Suzuki ist Japans Latin-Dance-Champion, charismatisch, temperamentvoll, aber komfortabel in seiner nationalen Blase – internationale Wettbewerbe interessieren ihn eigentlich nicht. Shinya Sugiki, „Emperor“ des Standardtanzes und mehrfacher Vizeweltmeister im Ballroom, hat dagegen nur ein Ziel: endlich den ganz großen Titel holen.
Sugiki schlägt Suzuki vor, gemeinsam für den „10 Dance“ zu trainieren, einen gnadenlosen Wettbewerb, bei dem Paare an einem Tag zehn Tänze (fünf Latein, fünf Standard) tanzen müssen. Beide sollen sich gegenseitig ihre Disziplin beibringen – Suzuki lernt Ballroom, Sugiki Latin –, was zu intensiven, körpernahen Trainingssessions führt, in denen aus technischer Kritik langsam Faszination und schließlich ein gefährliches Maß an emotionaler Nähe entsteht.
Figuren und Dynamik
Shinya Suzuki
Suzuki ist der emotional offenere der beiden: impulsiv, stolz und zunächst überzeugt, dass sein Weg völlig ausreicht. Seine Reise besteht darin, sich einzugestehen, dass er sich klein gehalten hat – sowohl beruflich als auch in Bezug auf seine Gefühle für Sugiki, die er lange nicht benennen will.
Shinya Sugiki
Sugiki ist kontrolliert, perfektionistisch und wirkt nach außen fast arrogant, wird aber von dem nagenden Bewusstsein getrieben, immer nur Zweiter zu sein. In der Partnerschaft mit Suzuki prallen seine Disziplin und Suzukis Leidenschaft aufeinander, bis klar wird, dass er nicht nur dessen Talent, sondern auch seine Nähe braucht – auf dem Parkett und darüber hinaus.
Tanzpartnerinnen & Umfeld
Aki (Suzukis Partnerin) und Fusako (Sugikis Partnerin) sind nicht bloß Beiwerk, sondern emotionale Anker, die mal fördern, mal konfrontieren, wenn die Männer zwischen Ehrgeiz, Rivalität und Anziehung feststecken. Trainer, Jurys und internationale Konkurrenz verstärken zusätzlich den Druck, was die privaten Konflikte automatisch auf die Tanzfläche zieht.
Themen, Ton und Inszenierung
10DANCE verbindet auf sehr elegante Weise klassischen Sport-/Wettbewerbsplot mit einer klar queeren Love-Story, ohne das eine als „Subtext“ hinter dem anderen zu verstecken. Die Frage, ob die beiden als Team funktionieren können, ist immer auch die Frage, ob sie sich ihren Gefühlen stellen – oder ob Stolz und Angst vor dem Karriereknick stärker sind.
Visuell setzt der Film auf viel Close-up-Kamera, Spiegel, Schweiß und kontrollierte Körper – die Choreografie ist sinnlich, ohne jemals billig zu wirken. Musikalisch und vom Schnitt her wird jede Performance zu einem emotionalen Höhepunkt, sodass selbst Leute, die mit Turniertanz normalerweise nichts anfangen können, mitfiebern.
Wo du den Film schauen kannst
10DANCE ist weltweit exklusiv auf
Netflix verfügbar. Dort wird der Film als romantisches Tanzdrama mit BL-Schwerpunkt angeboten, mit mehreren Sprach- und Untertiteloptionen, darunter auch eine deutsche Fassung je nach Region.