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Pass the Monster Meat, Milady!

Es scheint ein echter neuer Trend im Anime-Bereich zu sein: Foodie-Isekai, bei denen das Verspeisen von Monsterfleisch im Mittelpunkt steht. Und „Pass the Monster Meat, Milady!" ist wohl das charmanteste Exemplar dieser Welle – weil es nicht nur ein Foodie-Anime ist, sondern gleichzeitig eine wirklich herzerwärmende Romanze erzählt, die einen von Anfang bis Ende mitreißt.

Pass the Monster Meat, Milady!

Land / Jahr: Japan, 2025
Episoden: 12 Episoden
Genre: Anime, Fantasy, Romance, Comedy
Plattform: International auf Crunchyroll streambar.

Spoilerfreie Story
Melphiera Marchalrayd, Tochter eines Grafen, hat ein kleines Problem: Ihr größtes Leidenschaft ist das Verspeisen von Monstern – eine Vorliebe, die ihr in der feinen Gesellschaft den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Gräfin Ekelfraß" eingebracht hat. Als sie bei einem Adelstreffen, bei dem sie eigentlich einen passenden Ehemann finden soll, von einem Monster angegriffen wird, eilt ihr Aristide von Galbraith zur Hilfe – ein mächtiger Herzog, dem der Ruf des „Blutrünstiger Herzog" vorauseilt. Statt Melphieras ungewöhnliche Leidenschaft zu verurteilen, zeigt Aristide echtes Interesse daran – und an ihr. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einer ebenso ungewöhnlichen wie zauberhaften Liebesgeschichte, in der gemeinsame Mahlzeiten langsam Herzen öffnen.

Figuren und Chemie
Melphiera ist eine erfrischend eigenständige Protagonistin: Sie lässt sich von den Vorurteilen der Gesellschaft nicht beirren, folgt ihrer Leidenschaft mit vollem Herzen und besitzt dabei eine natürliche Herzlichkeit, die sie sofort sympathisch macht. Aristide hingegen ist das klassische „gefährlich wirkender Mann mit goldenem Kern"-Konzept – nach außen kühl und unnahbar, innerlich aber neugierig, aufmerksam und zunehmend hingerissen von Melphieras Unkonventionalität. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert wunderbar, weil die Romanze sich organisch über die gemeinsam erlebten Abenteuer und geteilten Mahlzeiten entfaltet – kein erzwungenes Drama, sondern echtes gegenseitiges Kennenlernen.

Ton, Themen und Inszenierung
Die Serie bedient bewusst leichte Kost: Das Worldbuilding bleibt überschaubar, die Handlung folgt einem angenehm episodischen Rhythmus und der Fokus liegt klar auf dem Zusammenspiel der Hauptfiguren sowie den kulinarischen Eskapaden. Die Zeichnungen von Asahi Production sind schön anzusehen – warm, detailverliebt bei den Essensszenen und mit ausdrucksstarken Charakterdesigns. Thematisch greift die Serie das interessante Motiv auf, dass echte Verbindungen dort entstehen, wo man die Konventionen der Gesellschaft hinter sich lässt. Das Monster-als-Delikatesse-Konzept ist dabei zugleich Alleinstellungsmerkmal und roter Faden, der Romantik und Fantasy-Abenteuer miteinander verknüpft. Wer tiefgründiges Storytelling erwartet, wird hier nicht fündig – wer aber entspanntes, charmantes Anime-Feel-Good-Fernsehen mit einer schönen Liebesgeschichte und leckerem Fantasy-Food sucht, liegt goldrichtig.

Persönlicher Eindruck & Bewertung
Genau das Richtige, wenn man sich nach einem angenehmen, sorgenfreien Anime-Abend sehnt. Die Kombination aus dem ungewöhnlichen Monster-Foodie-Konzept und der warmherzigen Romanze macht „Pass the Monster Meat, Milady!" zu einem der unterhaltsamsten Vertreter des wachsenden Foodie-Isekai-Trends – mit dem entscheidenden Plus, dass die Liebesgeschichte zwischen Melphiera und Aristide wirklich Spaß macht und das Ende rundum zufriedenstellend ist. Schön gezeichnet, toll erzählt, romantisch ohne kitschig zu sein. Von mir eine klare Empfehlung und 9 von 10 Punkten.

Silvio 18.04.2026, 09.06

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