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Tag: Anime

Blutsaugen für Anfänger

Klein, tollpatschig und trotzdem unwiderstehlich

Nicht jeder Vampir ist eine finstere, unsterbliche Bestie aus den Tiefen der Nacht. Manchmal ist er auch einfach ein kleines, tollpatschiges Mädchen, das in der Schule lieber Süßigkeiten futtert als Blut zu saugen—und dabei kläglich scheitert. Blutsaugen für Anfänger ist genau der Anime, den man braucht, wenn man einfach mal abschalten und herzlich grinsen möchte.

Titel: Blutsaugen für Anfänger / Lil Miss Vampire Cant Suck Right Land / Jahr: Japan, 2025 Episodenanzahl: 12 Episoden Genre: Japanisch, Komödie, Fantasy, Slice of Life, Anime Streaming: Crunchyroll

Zur Story (spoilerfrei)

Kashinokidai ist eine ganz besondere Schule—hier leben Menschen, Youkai, Geister und andere übernatürliche Wesen ganz selbstverständlich Seite an Seite. Luna Ishikawa gilt unter ihren Mitschülern als das coole, geheimnisvolle Klassenidol: dunkel, unnahbar, mysteriös. Was die anderen nicht wissen: Hinter dieser Fassade steckt eine Vampirin, die eigentlich völlig unbeholfen ist und vor allem eines nicht kann—richtig Blut saugen. Stattdessen versucht sie, ihren Hunger mit Bergen von Süßigkeiten zu stillen, was ihr mehr als einmal peinlich auf die Füße fällt. Als der unauffällige und fast unsichtbare Tatsuta Otori ihr kleines Geheimnis entdeckt, bietet er ihr kurzerhand an, als ihr persönliches Übungsobjekt zu dienen. Was folgt, ist ein herrlich schiefer Schulalltag voller versteckter Bisse, schwärmender Mitschüler und zwei Außenseitern, die sich langsam aber sicher ihren Platz in der Welt erkämpfen.

Figuren & Atmosphäre

Der eigentliche Charme der Serie liegt weniger in der Handlung als in dem, was zwischen den Figuren passiert. Luna und Tatsuta sind auf ihre ganz eigene Art beide Außenseiter—sie hinter ihrer aufgesetzten Coolness, er hinter seiner schieren Unsichtbarkeit. Zu beobachten, wie die beiden ganz langsam und unbeholfen zueinanderfinden und sich gleichzeitig in die größere Gruppe einleben, ist einfach herzerwärmend. Die Nebencharaktere—von der sportlichen, aber akademisch glücklosen Mitschülerin bis zur grimmig wirkenden, aber gutmütigen Theaterbegeisterten—tragen zusätzlich dazu bei, dass Kashinokidai sich wie ein echter Ort anfühlt, an dem man selbst gern Schüler wäre.

Ton & Inszenierung

Studio feel. setzt auf einen weichen, pastelligen Zeichenstil, der perfekt zur leichten, verspielten Atmosphäre der Serie passt. Die Komik ist nie laut oder überdreht, sondern entsteht meist aus der Situation heraus—besonders Lunas immer neue, kläglich scheiternde Versuche, endlich wie eine echte Vampirin zu wirken, sorgen verlässlich für Schmunzeln. Die Serie basiert auf dem abgeschlossenen Manga von Kyosuke Nishiki, der von 2021 bis 2025 erschienen ist.

Persönlicher Eindruck & Bewertung

Blutsaugen für Anfänger ist einer der niedlichsten Anime der letzten Zeit—und das meine ich als echtes Kompliment. Die Serie stellt keine großen Ansprüche an den Zuschauer und bietet auch keine komplexe Handlung. Aber genau das ist ihr Stärke: Es ist einfach unglaublich charmant zu beobachten, wie zwei kleine Außenseiter ganz langsam lernen, sich in einer Gruppe zu finden und anzukommen. Wer nach etwas Leichtem, Herzerwärmendem und schlicht Niedlichem sucht, ist hier goldrichtig.

Bewertung: 9 von 10

Silvio 04.04.2026, 10.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Psychic Princess

UPDATE

Wenn Geister die Ehe retten
Was als kleine Entdeckung auf Crunchyroll begann, hat sich inzwischen zu einer Geschichte mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern entwickelt. Psychic Princess war 2018 einer der charmantesten chinesischen Donghua überhaupt—und hat 2025 mit seiner zweiten Staffel die Community gespalten. Ein Update war also längst überfällig.


Titel: Psychic Princess / Tong Ling Fei
Land / Jahr: China, Staffel 1: 2018–2019 / Staffel 2: 2025
Episodenanzahl: Staffel 1: 16 Episoden à ca. 21 Min. | Staffel 2: 24 Episoden à ca. 20 Min.
Genre: Chinesisch, Historisch, Romanze, Komödie, Übernatürlich, Anime
Streaming: Staffel 1: Crunchyroll | Staffel 2: Bilibili


Zur Story (spoilerfrei)

Qian Yunxi, die älteste Tochter des Premierministers, wurde mit acht Jahren von ihrer eigenen Familie in die Berge verbannt—wegen ihrer übernatürlichen Fähigkeit, Geister zu sehen. Dort wächst sie auf, lernt Kampfkünste und taoistische Magie, und entwickelt sich zu einer furchtlosen, witzigen und völlig unberechenbaren jungen Frau. Als ihre jüngere Halbschwester sich weigert, den gefürchteten Prinzen Ye Youming zu heiraten, wird Yunxi kurzerhand als Ersatz geschickt—verkleidet als ihre Schwester. Im Palast angekommen, trifft sie auf einen kalten, distanzierten Prinzen, der von ihr wenig hält. Doch Yunxi lässt sich von niemandem einschüchtern, bringt den gesamten Hofstaat durcheinander und schleicht sich dabei langsam in das Herz des grimmigen Prinzen.

In Staffel 2 kehrt Yunxi in den Nachtpalast zurück—diesmal muss sie Ye Youming persönlich dienen. Während die Romanze zwischen den beiden endlich richtig Fahrt aufnimmt und der Prinz nun seinerseits um ihre Gunst wirbt, wartet im Hintergrund ein mysteriöser Feind auf seinen Moment.

Figuren & Ton

Das große Pfund von Psychic Princess ist seine Hauptfigur. Yunxi ist das genaue Gegenteil einer hilflosen Prinzessin—sie ist schlagfertig, selbstständig, mutig und sorgt mit ihren Geister-Begleitern (darunter die ikonischen „Reiskuchen" und „Sesamkorn") für reichlich Komik. Die Romanze zwischen ihr und dem klassischen Tsundere-Prinzen Ye Youming entwickelt sich als echter Slow Burn, der in Staffel 1 noch ganz am Anfang steht und in Staffel 2 endlich aufblüht. Der Ton ist leichtherzig und humorvoll, ohne dabei den übernatürlichen und historischen Elementen zu schaden.

Staffel 1 vs. Staffel 2—ein deutlicher Bruch

Wer nach dem Ende von Staffel 1 jahrelang auf eine Fortsetzung gewartet hat, wurde 2025 mit gemischten Gefühlen belohnt. Die gute Nachricht: Die Story macht dort weiter, wo sie aufgehört hat, und bleibt unterhaltsam. Die schlechte Nachricht: Der Wechsel vom charmanten 2D-Zeichenstil der ersten Staffel hin zu 3D-CGI-Animation ist deutlich spürbar—und das nicht unbedingt positiv. Was Staffel 1 so besonders machte, war eben auch dieser warme, etwas retro anmutende Zeichenstil, der perfekt zur verspielten Atmosphäre der Serie gepasst hat. Das neue Studio Shengying Animation liefert solides CGI, aber der Zauber der ersten Staffel lässt sich damit nicht vollständig einfangen.

Persönlicher Eindruck & Bewertung

Staffel 1 bleibt ein echtes Highlight im chinesischen Shoujo-Donghua-Bereich—kurzweilig, witzig, liebevoll animiert und mit einer Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Staffel 2 setzt die Story solide fort, und inhaltlich gibt es wenig zu meckern. Der Stilwechsel zu CGI ist aber schade—da schließe ich mich der breiten Meinung im Netz an. Die Geschichte trägt die Serie weiter, doch ein Stück vom ursprünglichen Charme bleibt auf der Strecke. Immerhin: Von über 475 Manhua-Kapiteln wurden bisher erst etwa die Hälfte adaptiert—Stoff für mehr wäre also reichlich vorhanden.

Staffel 1: 9 von 10 | Staffel 2: 7 von 10

Vorherige Rezension vom 10.06.2024:

Nachdem ich mir das Crunchyroll Abo zugelegt hatte, musste ich erstmal klarkommen mit der Vielfalt dort. Ich wollte etwas schauen, das abgeschlossen war und suchte nach einem chinesischen Anime, auch Dongwa genannt. Dabei stieß ich dann auf diese Serie. Es gibt tatsächlich eine Realverfilmung zu dem Stoff aus 2019. Also ich finde ja chinesische, historische Dongwas wirklich besonders. Dieser hier macht da keine Ausnahme, super gezeichnet und insgesamt wirklich lustig und kurzweilig. Für mich ganz klar eine Empfehlung.

Silvio 04.04.2026, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Solo Camping for Two (Anime)

Meine Meinung:
Nach meiner Bewertung der kurzen Live-Serie Solo Camping for Two (→ Live-Serie-Rezension) war ich mega gespannt auf den Anime – und wurde nicht enttäuscht! Während die Live-Version eher eine entspannte Foodie-Serie war, legt der deutlich längere Anime (24 Episoden!) viel mehr Fokus auf die Romanze und die Charakterentwicklung der Protagonisten. Die Camping-Szenen sind visuell ein Traum, das Essen sieht zum Dahinschmelzen aus, und die Liebesgeschichte zwischen Minami und Ko fühlt sich authentisch und herzerwärmend an. Perfekte Mischung aus Natur, Essen und Gefühl – ein Sommer-Must-See! Von mir 9,5 von 10 Punkten.

Solo Camping for Two (JP-UT)
Japan 2025 – 24 Episoden
Genre: Romance, Slice of Life, Food, Outdoor

Zur Story:
Minami, eine gestresste Büromitarbeiterin, entdeckt das Solo-Camping als Möglichkeit, sich von ihrem hektischen Alltag zu erholen. Auf ihren Ausflügen trifft sie Ko, einen erfahrenen Camper, der ihr mit Tipps zu Ausrüstung, Kochen und Lagerfeuern hilft. Was als freundschaftliche Begegnung beginnt, wird zu einer sanften Romanze, während beide ihre Lebensgeschichten austauschen: Minami über ihren Jobfrust, Ko über persönliche Rückschläge. Neben atemberaubenden Naturkulissen und kreativen Outdoor-Rezepten steht die emotionale Verbindung zwischen den beiden Protagonisten im Zentrum.

Wo du ihn schauen kannst:
Der Anime läuft exklusiv auf Crunchyroll.

Silvio 07.02.2026, 11.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

The Fragrant Flower Blooms with Dignity

Meine Meinung:
Kaoru & Rin war 2025 definitiv der Hype-Anime – und das zu Recht! Die Serie hat Netflix weltweit gestürmt und Millionen von Zuschauern begeistert, und ich verstehe genau, warum. Kaoru und Rin sind unglaublich liebenswert. Der Anime basiert auf der romantische Manga-Serie Kaoru und Rin von Saka Mikami, die seit 2021 in Japan unter dem Originaltitel Kaoru Hana wa Rin to Saku („Die duftende Blume blüht mit Würde) erscheint. Sie erzählt die Liebesgeschichte zwischen Kaoruko Waguri, einer Schülerin der elitären Kikyo-Mädchenschule, und Rintaro Tsumugi (Rin), einem toughen Typen von der rauen Chidori-Jungenschule direkt nebenan. Ihre Beziehung entwickelt sich, nachdem sie sich in Rins Familiencafé kennengelernt haben und die Vorurteile zwischen ihren rivalisierenden Schulen überwinden. Die 13 Episoden sind perfekt dosiert, jedes Finale war ein Highlight. Ein moderner Klassiker der Romance-Gattung – absolut verdient 9,5 von 10 Punkten!

The Fragrant Flower Blooms with Dignity (JP-UT)
Japan 2025 – 13 Episoden
Genre: Romance, Slice of Life, Drama, Coming-of-Age

Zur Story:
Chidori High ist eine berüchtigte Jungenschule, die hauptsächlich von Schülern mit schlechten Noten und schwierigem Ruf besucht wird. Direkt nebenan befindet sich die Kikyo Girls High, eine elitäre Mädchenschule für Töchter wohlhabender und prestigeträchtiger Familien. Die beiden Schulen könnten unterschiedlicher nicht sein – und eine strikte Rivalität herrscht zwischen ihnen.

Rintaro Tsumugi ist Zweitklässler an der Chidori High. Trotz seines einschüchternden Äußeren verbirgt sich hinter seiner rauen Fassade ein sanftes Herz. In der Konditorei seiner Familie begegnet er eines Tages Kaoruko Waguri, einer Schülerin der Kikyo Girls High. Die beiden verstehen sich auf Anhieb – doch ihre aufkeimende Freundschaft steht vor einer großen Herausforderung: den sozialen Barrieren und dem Stigma zwischen ihren verfeindeten Schulen. Eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte voller Herzlichkeit, Mut und der Kraft, Vorurteile zu überwinden.

Wo du ihn schauen kannst:
Der Anime ist exklusiv auf Netflix verfügbar und war dort ein Riesenerfolg.

Silvio 07.02.2026, 11.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

The Demon Prince of Momochi House

Meine Meinung:
Ich fand The Demon Prince of Momochi House einfach wunderschön – visuell wie emotional. Die Serie hat eine märchenhafte Atmosphäre, die nostalgisch, melancholisch und doch tröstlich wirkt. Besonders die Beziehung zwischen Himari und Aoi hat mich echt berührt: ruhig erzählt, aber mit viel Gefühl und Bedeutung in den kleinen Momenten. Auch die Musik und das sanfte Farbdesign passen perfekt zur Stimmung. Wer Natsumes Book of Friends oder Kamisama Kiss mochte, wird diesen Anime lieben. Eine zarte, magische Liebesgeschichte mit Herz und Seele – von mir klare 9 von 10 Punkten.

The Demon Prince of Momochi House (JP-UT)
Japan 2024 – 12 Episoden
Genre: Romance, Fantasy, Mystery, Supernatural

Zur Story:
Himari Momochi erbt ein altes Anwesen auf dem Land – das geheimnisvolle „Momochi House. Doch kaum angekommen, entdeckt sie, dass das Haus das Tor zwischen der Menschen- und der Geisterwelt ist. Dort lebt Aoi, ein junger Mann mit einer besonderen Fähigkeit: Er fungiert als Beschützer des Hauses und als Ersatzwächter für die spirituelle Balance. Zwischen Himari und Aoi entwickelt sich eine leise, aber spürbare Bindung, während sich Himari immer tiefer in die magische und manchmal gefährliche Welt der Yōkai hineinziehen lässt.

Wo du ihn schauen kannst:
Der Anime läuft bei Crunchyroll.

Silvio 07.02.2026, 10.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Orient

Meine Meinung:
Orient hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen. Einerseits ist das Setting mit seinen stilisierten Kämpfen, der samuraiartigen Ehre und den farbenfrohen Designs ziemlich cool – fast schon eine moderne Hommage an klassische Shonen wie Naruto oder Fairy Tail. Andererseits merkt man, dass die Story manchmal etwas zu sehr auf Lautstärke statt Tiefe setzt. Gerade in der ersten Staffel gab es Längen, während die zweite endlich mehr Struktur und Charakterentwicklung bringt. Trotzdem hat mir der Abenteuergeist gefallen, und Musashis unerschütterlicher Glaube an Freiheit und Freundschaft ist einfach ansteckend. Insgesamt ein solides Fantasy-Shonen-Erlebnis mit Potenzial – von mir 8 von 10 Punkten.

Orient (JP-UT)
Japan 2022 – 2 Staffeln, 24 Episoden
Genre: Action, Fantasy, Abenteuer, Shonen

Zur Story:
In einer Welt, in der Dämonen als Götter verehrt werden und die Menschen unter ihrer Herrschaft leiden, träumen Musashi und sein Freund Kojiro davon, eines Tages Dämonenjäger zu werden und die Menschheit zu befreien. Mit Schwert, Motorrad und einer gehörigen Portion Mut schließen sie sich einer Gruppe legendärer Bushi-Krieger an, um gegen übermächtige Feinde zu kämpfen. Auf ihrem Weg stellen sie fest, dass nicht alles so ist, wie es scheint, und hinter der Dämonenverehrung weit düstere Wahrheiten lauern.

Wo du ihn schauen kannst:
Beide Staffeln sind bei Crunchyroll verfügbar.

Silvio 07.02.2026, 10.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Scarlet Nexus

Meine Meinung:
Scarlet Nexus war für mich eine interessante, aber nicht ganz runde Adaption. Die Actionszenen sehen klasse aus – das psionische Kampfsystem wurde cool umgesetzt und die Effekte machen richtig was her. Trotzdem merkt man der Serie an, dass sie auf einem Videospiel basiert: Der Plot wirkt oft etwas sprunghaft, und manche Charakterentwicklungen bleiben hinter ihrem Potenzial zurück. Trotzdem fand ich die Weltgestaltung beeindruckend und die düstere Stimmung hat mich bei der Stange gehalten. Für Sci-Fi-Fans und Gamer auf jeden Fall sehenswert, auch wenn die Story etwas mehr Tiefe vertragen hätte. Von mir gibts 8,5 von 10 Punkten.

Scarlet Nexus
Japan 2021 – 26 Episoden
Genre: Action, Sci-Fi, Fantasy, Military

Zur Story:
In einer futuristischen Welt, in der Menschen mit besonderen psionischen Kräften gegen mysteriöse Kreaturen, sogenannte „Others, kämpfen, schließen sich Yuito Sumeragi und Kasane Randall der „OSF an – einer militärischen Spezialeinheit. Während beide zunächst dieselben Ziele verfolgen, zeigen sich bald Risse in der Realität: Verschwörungen, Gedächtnismanipulationen und moralisch fragwürdige Experimente stellen alles infrage, woran sie glauben. Auf zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen entfaltet sich ein komplexes Netz aus Politik, Technik und Schicksal.

Wo du ihn schauen kannst:
Die Serie findest du auf Netflix und Crunchyroll.

Silvio 07.02.2026, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Shirobako

Meine Meinung:
Ich fand Shirobako wirklich spannend, weil er auf ehrliche und zugleich unterhaltsame Weise zeigt, wie viel Arbeit, Chaos und Herzblut in der Animeproduktion steckt. Wer glaubt, Anime entstünden „einfach so, wird hier eines Besseren belehrt. Besonders schön ist, wie die Serie trotz aller Frustration nie ihren Optimismus verliert – Aoi und ihr Team geben einfach nicht auf. Klar, manchmal wirkt es etwas zu idealisiert, aber insgesamt hat mich die Mischung aus Fachwissen, emotionalen Momenten und Humor überzeugt. Für alle, die sich auch nur ein bisschen für die Branche interessieren, ist Shirobako fast Pflichtprogramm. Von mir gibts eine 9 von 10 Punkten.

Shirobako 
Japan 2014–2015 – 24 Episoden (2Staffeln)
Genre: Slice of Life, Drama, Comedy, Beruf/Industrie

Zur Story:
Aoi Miyamori arbeitet in einem kleinen Anime-Studio und versucht, gemeinsam mit ihren Kolleginnen, den Traum ihrer Studienzeit zu verwirklichen: einen eigenen Anime zu produzieren. Dabei bekommt man einen realistischen und oft schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Anime-Industrie – vom Zeitdruck der Produktion bis hin zu kreativen Streitigkeiten zwischen Animatoren, Regisseuren und Produzenten. Doch trotz Stress, Rückschlägen und Überstunden steht immer der Teamgeist und die Leidenschaft für das Medium im Vordergrund.

Wo du ihn schauen kannst:
Den Anime findest du zur Zeit nur bei anime prime und das auch nur in deutscher Synchro.

Silvio 07.02.2026, 10.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

I'm in Love with the Villainess

I'm in Love with the Villainess ist ein queerer Isekai-Yuri, der Otome-Game-Klischees liebevoll auseinandernimmt und daraus eine laute, freche, aber überraschend emotionale Liebesgeschichte zwischen einer hoffnungslos verknallten Protagonistin und ihrer angeblich „bösen“ Rivalin baut. Wer Lust auf Meta-Humor, viel Queerness und eine Heldin hat, die absolut gar keine Chill hat, wenn es um ihren Crush geht, wird hier gut bedient.
Was diesen Anime für queere Zuschauer spannend macht, ist weniger das Villainess-Label, sondern wie offensiv Rae ihre Liebe zu Claire lebt – ohne Umwege über „eigentlich müsste ich mich doch für die Prinzen interessieren“. Die Serie macht daraus eine Mischung aus Slapstick, Cringe und echter Verletzlichkeit, weil Rae zwar dauernd Witze macht, aber emotional viel mehr auf dem Spiel steht, als sie zugeben will.
Claire als angebliche „Schurkin“ ist in der Anime-Version eher eine stolze, verwöhnte Adelige mit großem Ego als eine echte Antagonistin – was erklärt, warum sich das Böse-Image für dich nie so richtig „verdient“ angefühlt hat. Der Reiz liegt genau darin, dass Rae hinter der Fassade das verletzliche, einsame Mädchen sieht, das sich hinter Status und Arroganz versteckt.
Von mir gibt es eine queer-bunte 8,5 von 10 Punkten  – nicht perfekt im Pacing und manchmal sehr drüber im Humor, aber als Yuri mit Isekai- und Game-Twist macht die Serie einfach Spaß.

I'm in Love with the Villainess
Japan, TV-Anime 2023
Episoden: 12 Episoden
Genre: Comedy, Romanze, Yuri / GL, Isekai, Otome-Game-Parodie

Spoilerfreie Story
Die Angestellte Oohashi Rei stirbt nicht etwa dramatisch, sondern wacht einfach eines Tages im Körper der Protagonistin ihres Lieblings-Dating-Games „Revolution“ wieder auf. Für sie ist das kein Schock, sondern ein Jackpot: Sie kennt die Routen, die Events, die Gefahren – und vor allem kennt sie ihre absolute Lieblingsfigur, Claire, die im Spiel als Antagonistin angelegt ist.
Statt wie vorgesehen einem der Prinzen nachzujagen, ignoriert Rae konsequent alle „offiziellen“ Love Interests und nutzt jedes Story-Event, um Claire anzubaggern, ihr zu helfen oder sich vor sie zu werfen. Das sorgt für einen dauernden Clash zwischen Game-Script und Raes eigenen Entscheidungen – und stellt Claire vor die irritierende Frage, warum ausgerechnet dieses freche Mädchen sie so hartnäckig anhimmelt.

Figuren und Dynamik
Rae ist eine walking Katastrophe aus Fan-Girl, Troll und Romantikerin: Sie kennt das Spiel in- und auswendig, kommentiert innerlich jeden Trigger für Event-Flags und sabotiert bewusst Szenen, in denen die Prinzen glänzen sollen. Ihr Humor und ihre Übergriffigkeit sind nicht immer subtil, aber die Serie zeigt deutlich, dass hinter all den Sprüchen echte Zuneigung und der Wunsch stehen, dass Claire glücklich wird – notfalls auch ohne sie.

Claire ist die klassische Otome-Rivalin: reich, verwöhnt, stolz und am Anfang klar in der Rolle der Zicke, die die Protagonistin mobbt und sich für etwas Besseres hält. Im Verlauf zeigt der Anime aber, dass sie keineswegs „böse“ ist, sondern unter gesellschaftlichen Erwartungen, Klassendruck und ihrer Rolle als Adelige steht – ihre Arroganz ist Schutzschild und Erziehung, keine angeborene Bosheit.

Die Prinzen Thane, Rod und die übrigen Game-Figuren dienen oft als Spiegel dafür, wie sehr Rae das Script sprengt, indem sie sich weigert, hetero zu spielen. Gleichzeitig zeigt der Anime in späteren Folgen, dass auch Themen wie Standesunterschiede, politische Intrigen und Gewalt eine Rolle spielen – die Comedy wird immer wieder von ernsteren Momenten gebrochen, in denen es um Verantwortung, Schuld und Gerechtigkeit geht.

Themen, Ton und Villainess-Twist
Die Serie ist auf den ersten Blick eine quietschige Romcom mit Crossdressing-Café, Magieunterricht und Schul-Events, nutzt diese Hülle aber, um queere Themen erstaunlich direkt anzusprechen. Rae ist nicht „zufällig“ verliebt, sondern offen lesbisch, und der Anime macht keinen Hehl daraus, dass ihre Liebe zu Claire echt, ernst und nicht bloß Gag ist.
Das „Villainess“ im Titel ist dabei mehr Genre-Schablone als echtes moralisches Urteil: In der Logik des Otome-Games ist Claire die Gegenspielerin, weil sie der Heldin und den Prinzen im Weg steht; in der Logik der Serie wird sie zum emotionalen Mittelpunkt und zur Person, deren innere Entwicklung am meisten zählt. Genau diese Umkehrung macht den Reiz aus – der angebliche Endgegner wird zum Love-Interest, und das Game, das eigentlich Hetero-Routen vorsieht, wird von innen heraus queergeschrieben.

Wo du den Anime schauen kannst
Die 12-teilige Serie I'm in Love with the Villainess ist mit deutscher Synchro und Untertiteln auf Crunchyroll verfügbar. Dort findest du mehrere Audiosprachen (u. a. Japanisch, Deutsch, Englisch) und Untertitel in diversen Sprachen, eingestuft als Comedy/Romanze und empfohlen ab 12 Jahren.

Silvio 03.01.2026, 10.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Adachi and Shimamura

Adachi and Shimamura ist ein leiser, emotionaler Yuri-Anime über zwei Mädchen, die vom gemeinsamen Schulschwänzen in der Turnhalle zu einer vorsichtigen, manchmal schmerzhaft ehrlichen ersten Liebe finden. Er erzählt mehr von inneren Unsicherheiten als von großen Gesten und funktioniert dadurch vor allem als ruhige Coming-of-Age-Romanze mit viel Zwischen-den-Zeilen.
Adachi and Shimamura fühlt sich an wie ein stiller Nachmittag in der Schulturnhalle: wenig Spektakel, dafür viel Blickkontakt, Missverständnisse und unausgesprochene Gefühle. Besonders Adachis zurückhaltende, fast verkrampfte Art, ihre Gefühle zu zeigen, macht die Serie gleichzeitig süß, aber stellenweise auch etwas zäh, wenn man schneller emotionale Klarheit erwartet.
Stärker ist der Anime immer dann, wenn er die kleinen Alltagsmomente zwischen den beiden in den Fokus rückt – Tischtennis, zufällige Begegnungen, kleine Eifersüchteleien –, und weniger, wenn Nebenfiguren und schräge Elemente (inklusive mysteriösem, blauhaarigem Mädchen) die Stimmung unnötig zerfasern.
Von mir gibt es eine angenehm warme 8 von 10 Punkten  – als zarte Yuri-Romanze sehr empfehlenswert, solange man Lust auf langsames Erzähltempo und viel inneres Drama mitbringt.

Adachi and Shimamura
Japan, TV-Anime (Erstausstrahlung 2020, bei Crunchyroll seit 2022 gelistet)
Episoden: 12 Episoden
Genre: Drama, Romanze, Yuri / GL-Anime
Basierend auf: Light-Novel von Hitoma Iruma (KADOKAWA)

Spoilerfreie Story
Adachi und Shimamura lernen sich kennen, weil sie beide lieber in der oberen Etage der Turnhalle herumlungern, Tischtennis spielen und den Unterricht schwänzen, statt brav im Klassenraum zu sitzen. Aus dieser Zweckgemeinschaft entsteht langsam eine Freundschaft, die sich immer mehr nach etwas anfühlt, das über „nur Freunde“ hinausgeht – zumindest für Adachi.
Während Shimamura eher der „normale“ Teenager ist, der mit Freunden, Familie und Alltag jongliert, kreisen Adachis Gedanken zunehmend nur um Shimamura: Wie wichtig bin ich ihr? Sind wir einfach nur Freundinnen oder vielleicht doch etwas mehr? Diese Ungewissheit zieht sich durch die ganze Staffel und sorgt für viel leises Herzklopfen, aber auch für Frust, weil beide lange brauchen, um ehrlich zu sich selbst zu sein.

Figuren und Dynamik
Adachi
Adachi ist der Inbegriff der unsicheren Teenager-Crush-Hölle: sozial unbeholfen, schnell überfordert und völlig fixiert auf Shimamura. Ihre Reise ist weniger ein „Coming-Out“ im großen Stil, sondern der mühsame Weg, die eigenen Gefühle überhaupt zu benennen und zu akzeptieren.

Shimamura
Shimamura wirkt nach außen gelassener und angepasster, ist innerlich aber genauso orientierungslos: Was will sie von Adachi, was von ihrem Leben, und wie viel Nähe ist ihr eigentlich recht? Sie schwankt zwischen echter Zuneigung und dem Reflex, lieber Abstand zu halten, wenn es zu intensiv wird – was Adachi natürlich den Boden unter den Füßen wegzieht.

Nebenfiguren
Freundinnen wie Hino und Nagafuji liefern Schulalltag, Humor und eine eigene, leicht queer lesbare Dynamik, ohne die Hauptbeziehung zu überlagern. Das blauhaarige, sehr exzentrische Mädchen Yashiro sorgt für einen fast surrealen Touch, der nicht jeder Stimmungsschwankung der Serie guttut, aber für einen gewissen Eigencharakter sorgt.

Stimmung, Themen und Inszenierung
Adachi and Shimamura ist ein Anime der Zwischentöne: viele inneren Monologe, langsame Kamerafahrten, Details wie Hände, Blicke, kleine Berührungen. Das Tempo ist entsprechend gemächlich – wer auf schnelle Geständnisse und große dramatische Wendungen hofft, muss sich hier mit subtilen Fortschritten zufriedengeben.
Optisch setzt die Serie auf weiche Farben, ruhige Schul- und Alltagskulissen und gelegentlich sehr hübsche, beinahe verträumte Bildkompositionen, die das Gefühl einer flüchtigen, zerbrechlichen ersten Liebe unterstreichen. Thematisch geht es stark um Einsamkeit, das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, und die Frage, ob man es wagt, eine wichtige Freundschaft zu riskieren, indem man sie in Liebe verwandelt.

Wo du den Anime schauen kannst
Die 12-teilige Serie Adachi and Shimamura ist mit deutschen Untertiteln auf Crunchyroll verfügbar. Auf der deutschen Crunchyroll-Seite ist sie als Drama- und Romance-Serie gelistet und kann mit verschiedenen Audiospuren (u. a. Japanisch, Englisch) und mehreren Untertitelsprachen gestreamt werden.

Silvio 03.01.2026, 10.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL